Mit Fairness und Qualität in eine optimistische Zukunft

Donnerstag, 12.12.2013 von Gerhard
Stupa in Boudha, Katmandu; nicht weit entfernt liegt die Produktion von Womenepal

Stupa in Boudha, Katmandu; nicht weit entfernt liegt die Produktion von Womenepal

„Nepal ist das Land mit den zweitgrössten Wasserreserven nach Brasilien“- dies ist ein Werbespruch, den man bei Ankunft im Flughafen Katmandus vielfach liest und ja, im Sommer während der Monsun Zeit schüttet es Tag täglich für mehrere Stunden. Beim Erkunden der tollen Landschaft in Nepal fliessen überall Flüsse und Bäche die Täler hinab und auch von der landwirtschaftlichen Seite betrachtet, ist das Land reich und fruchtbar. Oftmals hört man auch Nepalesen sagen „ In unserem Land verhungert keiner, da wir einen reichen Boden haben und dreimal im Jahr ernten können“. Es klingt so gut und ist auch teils wahr aber durch gesellschaftliche und politische Konstellationen und einem Müllbeseitigungsproblem ist das Land leider sehr starken Problemen ausgesetzt. Und bei all ihren Hierarchien, unterschiedlichen ethnischen Gruppierungen und dem immer noch unterschwellig existierenden Kastensystemen kommen die Schwächeren in der Gesellschaft vor allem Frauen und Kinder viel zu kurz.

Viele Organisationen wenden ihre Zeit und Energie darauf, diesem Land eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Mit einer Nichtregierungsorganisation arbeitet Changemaker besonders eng zusammen um sie mit gemeinnützigen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Zielen zu unterstützen: The Women’s Foundation of Nepal

Renu, Gründerin; Sarada, Verantwortlich für Voluntäre; Anupama Business Koordination

Renu, Gründerin; Sarada, Verantwortlich für Voluntäre; Anupama Business Koordination

In Zusammenarbeit mit dieser Frauenrechtsorganisation produzieren wir unter dem Label Womenepal seit Beginn von Changemaker hochwertige Schals und helfen mit jedem verkauften Schal einen Schritt in deren Unabhängigkeit. Die Organisation kämpft seit 25 Jahren um Verbesserungen bei den Rechten von Frauen und Kindern. Ganz vorne dabei ist großartige Gründerin Renu Sharma. Durch ihr Engagement und Widerstand gegen die Männer dominierende Gesellschaft hat sie im Laufe der Zeit viele Anlaufpunkte in Katmandu und in der ländlichen Region errichtet. Sie baute mit ihrer Organisation bis heute drei Frauenhäuser, ein Waisenhaus für Mädchen im Alter von 1-16 Jahren und eine Kindertagesstätte für allein-erziehende Mütter auf. Dieses Jahr kam noch die erste gewaltfreie Schule für 450 Schüler hinzu.

Oberstes Ziel der Women’s Foundation ist es Frauen und Kindern, die teils schreckliche Dinge erleben mussten, zu stärken, sie aufzubauen und ihnen die Möglichkeit zur gewaltlosen Schulbildung oder einer fairen Arbeit zu geben. Damit können sie eine Unabhängigkeit erlangen und für eine bessere Zukunft in diesem schicksalsergeben Land hoffen.

Arbeiterinnen feiern in roten Saris am Teej Festival ihre Glück, göttliche Hindubilder;

Arbeiterinnen feiern in roten Saris am Teej Festival ihre Glück, göttliche Hindubilder

In der turbulenten Hauptstadt Nepals liegt ihr Hauptsitz, in einer ruhigeren Gegend in der die Strassen noch nicht asphaltiert sind und sich zwischen den Häusern oftmals noch Wiesen und Reisfelder befinden. Wenn man mit dem Taxi die Produktionsstätte besucht, ist man bei der Ankunft durchgeschüttelt, da die Taxifahrer zwar geschickt den grossen Schlaglöchern ausweichen, aber trotz allem in viele kleine fahren muss.

Entwicklung von neuen Farben; fertige Spulen für weitere Arbeitsschritte

Entwicklung von neuen Farben; fertige Spulen für weitere Arbeitsschritte

Ich, Felix Doll, hatte das Glück für Changemaker und mit Hilfe des deutschen ASA-Stipendiums des Engagement Global fünf Monate in diesem Land zu verweilen und dort in der Produktionsstätte der Women’s Foundation neue Kreationen zu entwickeln, Einblicke in deren Abläufe zu erhalten und mit den wunderbaren Frauen zu arbeiten und viel zu lachen. Mit den Verantwortlichen vor Ort neue Projekte und Ziele ins Leben zu rufen und mit meinem Design- und Produktionswissen eine gute Grundlage zu legen für eine nachhaltige Entwicklung stand dabei im Vordergrund.
Dies um weiterhin hochwertige moderne Schals in unseren Changemaker Läden verkaufen und noch mehr Frauen die Möglichkeit auf faire Arbeit geben zu können.

Kaschmirkollektion Multicheck & Stripes in der Entwicklung;

Kaschmirkollektion Multicheck & Stripes in der Entwicklung

Der Schal ist ein nicht wegzudenkendes Accessoire in unserer Gesellschaft und ein wunderbarer Halsschmeichler – besonders in dieser kalten Jahreszeit, jedoch machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber wie ein solches Produkt entsteht. Viele Besucher und Touristen kommen staunend in der nepalesischen Produktionsstätte der Women’s Foundation vorbei und sind überrascht, wie viele Arbeitsschritte es benötigt, bis ein weicher hochwertiger Schal für den Verkauf produziert ist.

Kaschmirkollektion Multicheck & Stripes in der Entwicklung;

Kaschmirkollektion Multicheck & Stripes in der Entwicklung;

Alles geht bei der Rohware los: qualitative Kaschmir-, Wolle-, Baumwolle-, Seide- und Viskosegarne werden eingekauft und von grossen schweren Konen in kleinere Mengen umgespult. Für unsere farbig gewebten Schals werden diese dann in großen Bottichen nach unseren Farbwünschen gefärbt. Danach werden sie an der frischen Luft getrocknet, bevor sie von vielen Frauen auf kleine Spulen gesponnen werden. Der nächste Schritt ist das Erstellen des Kettbaumes, bei dem ca 1’500-1’800 Fäden neben einander auf einer großen Trommel gespannt werden, die in der nächsten Etappe von den Frauen in einem Webstuhl gespannt werden. Bei unserer neuesten Kaschmirkollektion Multicheck & Stripes ändern sich die Farben alle paar Zentimeter, was von einer grossen handwerklichen Leistung der Weberinnen zeugt.

Auffädeln des Kettbaumes; Ausschnitt des Multistripes Kaschmir Schals

Auffädeln des Kettbaumes; Ausschnitt des Multistripes Kaschmir Schals

Nachdem die Weberinnen in mehreren Tagen bis zu zehn Schals aus einem Kettfadenbaum produziert haben, werden diese vom Webstuhl gelöst und landen bei den Frauen in der Qualitätskontrolle. Dort werden dann kleine Unebenheiten oder gerissene Fäden sorgfältig geflickt, damit das Gewebe intakt ist. Erst wenn sie diese Etappe überstanden haben, werden die Enden mit Fransen oder Knoten versehen. Unsere Schals sind besonders weich, da jeder von einer Frau manuell für ein paar Minuten geknetet werden, wodurch sich die Fasern öffnen und so eine weichere Haptik erhalten. Danach werden die Schals gebügelt, gefaltet und erhalten als letzten Produktionsschritt das Label, bevor sie für den Transport in die Schweiz verpackt werden.

Das nächste Mal, wenn Sie einen Schal von Womenepal in den Händen halten, können sie einerseits das moderne schöne Design geniessen, wissen aber auch, dass dieses Produkt fair und aus hochwertigen Rohstoffen produziert wurde und für die Frauen in der nepalesischen Produktionsstätte eine Chance für eine bessere Zukunft bedeutet.

Der Designer Felix Doll beim Sinnieren von neuen Ideen vor der Produktionsstätte

Der Designer Felix Doll beim Sinnieren von neuen Ideen vor der Produktionsstätte


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